Kaum zu Glauben! Am kommenden Donnerstag – also am 11. Oktober – ist alles wieder vorbei. So schnell vergehen drei Wochen. Bis dahin sind ein große Auswahl der eingesendeten Bilder noch in Kunstraum Graubunt zu sehen, darunter auch diese doch sehr bedeutungsgeladene Orte:

Die bobstaza in Sarajevo
Dazu schreibt die Fotografin: Das Gelände der bobstaza in Sarajevo, Bosnien und Herzegowina, gebaut für die Olympischen Winterspiele 1984 in Sarajevo, ist für mich eines der schönsten Ausflugsziele rund um Sarajevo. Gut zwei Stunden vom Zentrum zu Fuß die Berge hinauf gewandert, erreicht man den Ort, den heute wieder die Natur zurückerobert hat. Man kann die ehemalige Bobbahn hinauf- und hinunter spazieren und die verschiedenen Graffiti bewundern, die auch die vom Krieg gebliebenen Einschusslöcher einbeziehen sowie die braungelb gewordene, abblätternde Isolation auf der Unterseite der Bahn, die bizarre Formen angenommen hat. Nicht nur einsame Touristen und Graffitiliebhaber führt der Weg hierher, sondern auch Pilzsammler und Wanderer haben den Berg Trebević mit der alten Bobstation für sich wiederentdeckt.

Das Amselfeld
Das Amselfeld ist “sicherlich der berühmteste Ort im Kosovo” schreibt ein weiterer Teilnehmer. “Im Jahre 1389 besiegte das osmanische Heer hier die serbische Armee. Danach fielen Serbien und der Balkan für über 500 Jahre unter osmanische Herrschaft. Auf diesem Feld begründet sich der nationale Mythos der Serben, hier beginnt für sie die Geschichte ihres Leidens, das bis heute andauert. Tatsächlich ist es nichts als ein Feld und nicht mal ein besonders schönes. Müll und alte Knochen liegen herum, eine einsame Kuh sucht nach frischem Gras. Nur die Schwärme von Amseln die am Himmel kreisen geben dem Ort eine eigene Stimmung, die sehr bedrückend ist.