Heute feiern wir unsere hallebalkan_Finissage! Als Gast liesst die albanische Dichterin Gerda Dalipaj aus ihrem neustem Werk, im albanischen Original und erstmals in der deutschen Übersetzung. Gerda hat bisher drei Lyrikbände veröffentlicht, zuletzt das Band „Transivore“ (2012).

In ihrer Dichtung – hier eine Kostprobe – und vor allem in diesem jüngstem Werk geht es um Grenzziehungen und Grenzüberschreitungen. Als Ethnologin beschäftigt sich Gerda mit soziale und kulturelle Umbrüche, vor allem in Albanien aber auch in den anderen Ländern Südosteuropas.

Danach prämieren wir die schönsten, aussagekräftigsten Bilder die zum Wettbewerb eingereicht wurden.

Und danach lassen wir den Abend mit einem Gläschen Wein ausklingen. Ihr seid alle eingeladen!

Kaum zu Glauben! Am kommenden Donnerstag – also am 11. Oktober – ist alles wieder vorbei. So schnell vergehen drei Wochen. Bis dahin sind ein große Auswahl der eingesendeten Bilder noch in Kunstraum Graubunt zu sehen, darunter auch diese doch sehr bedeutungsgeladene Orte:

Die bobstaza in Sarajevo

Die bobstaza in Sarajevo

Dazu schreibt die Fotografin: Das Gelände der bobstaza in Sarajevo, Bosnien und Herzegowina, gebaut für die Olympischen Winterspiele 1984 in Sarajevo, ist für mich eines der schönsten Ausflugsziele rund um Sarajevo. Gut zwei Stunden vom Zentrum zu Fuß die Berge hinauf gewandert, erreicht man den Ort, den heute wieder die Natur zurückerobert hat. Man kann die ehemalige Bobbahn hinauf- und hinunter spazieren und die verschiedenen Graffiti bewundern, die auch die vom Krieg gebliebenen Einschusslöcher einbeziehen sowie die braungelb gewordene, abblätternde Isolation auf der Unterseite der Bahn, die bizarre Formen angenommen hat. Nicht nur einsame Touristen und Graffitiliebhaber führt der Weg hierher, sondern auch Pilzsammler und Wanderer haben den Berg Trebević mit der alten Bobstation für sich wiederentdeckt.

Das Amselfeld

Das Amselfeld

Das Amselfeld ist “sicherlich der berühmteste Ort im Kosovo” schreibt ein weiterer Teilnehmer. “Im Jahre 1389 besiegte das osmanische Heer hier die serbische Armee. Danach fielen Serbien und der Balkan für über 500 Jahre unter osmanische Herrschaft. Auf diesem Feld begründet sich der nationale Mythos der Serben, hier beginnt für sie die Geschichte ihres Leidens, das bis heute andauert. Tatsächlich ist es nichts als ein Feld und nicht mal ein besonders schönes. Müll und alte Knochen liegen herum, eine einsame Kuh sucht nach frischem Gras. Nur die Schwärme von Amseln die am Himmel kreisen geben dem Ort eine eigene Stimmung, die sehr bedrückend ist.

Am kommenden Freitag – also am 05. Oktober 2012 – zeigen wir um 18 Uhr den Räumlichkeiten der Ausstellung den Film Kalami. In diesem aus dem Maramures-Filmarchiv kommenden Dokumentarfilm geht es um ein viele Jahrhunderte altes Bergdorf auf Kreta. Nur eine Handvoll Menschen leben noch dort. Sie sitzen tagsüber im Cafe von Irini und warten. In diese eigene Welt platzt Giorgos, ein proletarischer Held, ja, ein Anarchist. Giorgos ist das tobende Meer, das ungestüme Leben und verkörpert in sich, was Kreta immer schon unabhängig und kämpferisch gemacht hat. Seine Bühne ist dieses Cafe, wo jeder seine Rolle hat.

Kalami

Hinter dem Maramures Filmarchiv steckt Björn Reinhardt. Björn ist 2002 nach Rumänien ausgewandert, wo er unter anderem als  Dokumentarfilmemacher arbeitet. Diese Filme sind vor allem der Maramures-Region gewidmet, aber auch Griechenland, Albanien, der Türkei und zuletzt auch Georgien. Für sein Werk erhielt er schon eine Nominierung für den Adolf-Grimme-Preis und 2010 den Hauptpreis des Internationalen Dokumentarfilmfestivals in Nuoro, Sardinien. Seit 2007 arbeitet Björn Reinhardt auch als professioneller Fotograf.

Gesponsert wird diese Filmvorführung von der Taverna Kreta!

Bald ist es soweit. Die letzten Tage haben wir mit der Sichtung der eingesendeten Bilder verbracht und die Wahl der Bilder, die für die Ausstellung infrage kommen. Das war unheimlich schwer. Gestern haben wir die Bilder gehängt und Begleittexte editiert. Es gibt noch viel zu tun, viele kleinigkeiten, die erledigt werden müssen und die einem nur in der letzten Minute einfallen – jeder, der schon mal an einer Ausstellung mitgewirkt hat, weis wovon ich spreche – aber das schaffen wir schon.

Aber der Countdown läuft: heute um 17 Uhr findet die Vernissage statt. Die Bilder hängen dann bis zum 11. Oktober.  und sind von Mittwoch bis Samstag von 14-19 Uhr im Kunstraum Graubunt in der Geiststr. in Halle zu begutachten.

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